Was darf und muss in Schule gesagt werden…

Immer mehr Lehrer*innen und an Schulen Beschäftigte sind zunehmend verunsichert, was sie im Schulkontext im Bezug auf rechtextremistische, homophobe, menschen- und frauenverachtende Äußerungen sagen dürfen und sogar müssen.

Schüler im Unterricht zu Tierversuchen: „Warum sollen wir Tiere dafür nehmen und nicht die Flüchtlinge?“ 

Solche und ähnliche Aussagen schockieren Lehrkräfte und Schüler*innen, machen sprachlos und kommen leider immer häufiger vor, weil unsere Gesellschaft zunehmend verbal verroht…

Darum hat der Kreisverband der GEW Emden mit unserer Bezirksvorsitzenden Wencke Hlynsdóttir am 1.4. 2025 in der VHS Emden in Zusammenarbeit mit „Demokratie leben“ und der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus des Landes Niedersachsen eine Veranstaltung durchgeführt. 

Ein so genanntes „Neutralitätsgebot“ besteht keinesfalls an Schulen, da das Nds. Schulgesetz, Paragraf 2, vorschreibt, dass Erziehung und Unterricht dem Grundgesetz der BRD und der Nds. Verfassung entsprechen müssen und die Schule die zugrunde liegenden Wertvorstellungen vermitteln muss. Die Schüler*innen sollen befähigt werden, Grundrechte wirksam werden zu lassen, nach ethischen Grundlagen zu handeln und ihre Beziehung zu anderen nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz sowie der Gleichberechtigung der Geschlechter zu gestalten. 

Der Demokratiebildungserlass sagt ausdrücklich, dass die Schule kein werteneutraler Ort ist, sondern der Entwicklung und Festigung demokratischer Werte, Einstellungen und Haltungen dient.

Unsere Kultusministerin Frau Hamburg stützt dies deutlich: „Verfassungsfeindlichen Aussagen zu widersprechen ist eine Beamtenpflicht und darf nicht durch falsch verstandene Neutralität unterlassen werden.“

Darum ist die Diskussion rassistischer, frauenfeindlicher, menschenrechtsverletzender, homosexuellenfeindlicher Äußerungen auch und gerade in der Schule dringend notwendig. 

Wie das gemacht werden darf und muss wurde ausführlich diskutiert:

Wencke hielt dazu ein hervorragendes Referat, zeigte Symbole, Zeichen , Kleidung u.ä der Rechtsextremen und gemeinsam wurden viele Fragen gerade jüngerer Kolleg*innen im gut gefüllten VHS Forum beantwortet.

Auf dem Podium beteiligte sich Professor Doktor Carsten Müller von der Hochschule Emden-Leer am Gespräch. Kevin Schreiber von der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus gab ebenfalls interessante Einblicke in die aktuell verwendeten Symboliken der Rechtsextremen. 

Das Thema wird uns noch lange beschäftigen und interessierte Schulen können Wencke Hlynsdóttir oder Kevin Schreiber von der Mobilen Beratungsstelle gerne zur Unterstützung einladen. 

Als ganz wichtig stellte sich das gemeinsame Gespräch aller zunächst in der betroffenen Klasse sowie der an der Schule Beschäftigten für ein gemeinsames Vorgehen aller heraus, entscheidend ist immer auch die Unterstützung der Schulleitung und der Dezernent*in. 

Renate Isenburg 

(Vorsitz GEW Emden)

von links: Nina Kolvenbach, Ursula Themer, Wencke Hlynsdóttir, Andreas Makus, Renate Isenburg, Prof.Dr. Carsten Müller, Hans-Gerd de Beer. Foto: GEW privat